Westcoast Europe II

Alentejo・Algarve・Andalusien・Straße von Gibraltar (Tanger, Ceuta)

Wir starten unseren Törn in Lissabon, der westlichsten Hauptstadt Kontinentaleuropas in der Marina Parque das Nações, die zum Gelände der Weltausstellung von 1998 gehört. Den Tejo flussabwärts werden wir auf dem 18 Seemeilen langen Weg bis zur Mündung immer wieder gegrüßt: Auf Backbord von der großen Christusstatue und auf Steuerbord von den Entdeckern auf Ihrem Denkmal.

Über Cascais und Sesimbra kommen wir nach Sines – Geburtsort von Vasco da Gama. Wenn wir auf diesem Törn auch nicht dem von ihm entdeckten Seeweg nach Indien folgen, so ist es ein erhebendes Gefühl unter dem Denkmal dieses Seefahrerkollegen zu stehen. Davon abgesehen ist Sines ein sehr sympathischer Ort. Ein paar Meilen weiter südlich runden wir das Cabo de São Vicente und erreichen die Algarve.

Eines der ersten schönen Ziele dort ist die Stadt Lagos dar: Viele historische Gebäude und ein pralles Nachtleben. In krassem Gegensatz, dazu einige Seemeilen weiter, die Lagune Ria Formosa, wo wir inmitten der Natur ankern. Der eine oder andere wird die wunderbaren Bücher um Leander Lost (z.B. Lost in Fuseta) von Gil Ribeiro kennen, die in dieser Region spielen. Fuseta selbst können wir nicht anlaufen, aber das sehr nette Städtchen Olhão mit seinen schönen Markthallen ist auf alle Fälle einen Zwischenstopp wert.

Wir halten uns weiterhin östlich. Am Grenzfluss Guadiana wechseln wir mit einem zünftigen Olé auf die spanische Gastlandflagge. Ein kleines Stück flußaufwärts können wir in Ayamonte Station machen. Von hier aus ist es nicht mehr sehr weit bis nach Huelva, Hauptstadt der gleichnamigen spanischen Provinz. Sie erreichen wir über den Canal del Padre und den Rio Odiel. Weiter südlich gibt es mit Cadiz eine weitere wunderschöne und lebendige andalusische Hafenstadt die zu erkunden sehr viel Spaß macht.

Auf dem Weg nach Cadiz passieren wir Kap Trafalgar, den Ort der gleichnamigen Seeschlacht wo vor über 200 Jahren Napoleon Bonaparte eins auf seinen Napoleonhut und Admiral Horatio Nelson eine tödliche Kugel abbekommen hat. Am Rande bemerkt: Von letzterem, der als einer der größten Admirale aller Zeiten gilt ist überliefert, dass er Zeit seines Lebens an Seekrankheit litt. Also generell kein Grund, sich wegen so einer Lappalie das Segeln verleiden zu lassen.

Cadiz ist auch Ausgangspunkt zu unserem Schlag zur Straße von Gibraltar, die wir dieses Mal auf der marokkanischen Seite befahren wollen. Das grandiose Tanger und die spanische Exklave Ceuta sind etwas exotischere, aber sehr schöne Ziele auf unserer Route.

Die Straße von Gibraltar verbindet Mittelmeer und Atlantik, wobei der Wasserspiegel des Atlantiks ca. 1,5 m höher liegt als der des Mittelmeers. Für uns heißt das: Wir fahren bergab und erleichternd kommt hinzu, dass uns pro Sekunde 70.000 m3 Atlantikwasser von hinten anschieben. Und wenn dann noch der Poniente(Westwind) weht, dann kommen wir hoffentlich gut voran bis zu unserem Zielhafen, der Alcaidesa Marina in La Línea de la Concepción, der spanischen Grenzstadt zu Gibraltar. Vom dort hat man einen grandiosen Blick zum Affenfelsen.