Mare Nostrum I: Logoff und die Wüstenschiffe
Gibraltar – Marokko – Tunesien – Malta
Logoff ante portas! Wie einst Hannibal vor Rom, stehen wir nun vor den Toren, oder besser gesagt Säulen des Mittelmeers. Es erwartet uns ein nicht gerade alltäglicher, sehr abwechslungsreicher Törn, mit exotisch/orientalischem Flair direkt vor unserer europäischen Haustüre.
Seit wir 2023 zum ersten Mal nach Marokko gesegelt sind stand für uns fest, dass wir so bald wie möglich wieder zurückkommen werden. Damals war es hauptsächlich die Atlantikküste mit einem kleinen Teil Mittelmeer. Nun machen wir es umgekehrt. Von unserem Starthafen am berühmten Affenfelsen sind es nur 35 Seemeilen bis nach Tanger, der ersten Station auf dem afrikanischen Kontinent.
Der nächste Schlag führt uns endgültig ins Mittelmeer und wir passieren bei unserer Einfahrt die Säulen des Herakles (eine Säule ist der Felsen von Gibraltar, die andere der Berg Dschebel Musa bei Ceuta). Entlang der marokkanischen Küste liegen, neben den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, Hafenorte wie Al Hoceima oder Saidia, die schon ein bißchen nach 1001 Nacht klingen.
Mit Saidia erreichen wir auch die algerische Grenze. Da die Einreiseformalitäten in Algerien sehr aufwändig sind haben wir uns entschieden, dessen 550 Seemeilen lange Küste außerhalb der 12-Seemeilen-Grenze zu passieren. Deshalb erwartet uns nun eine Seepassage von 4-5 Tagen (wir rechnen immer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 Knoten die wir eigentlich immer erreichen, bei einer Rumpfgeschwindigkeit von knapp 9 Knoten oft auch übertreffen).
Kurz hinter der algerischen Grenze erreichen wir mit Tabarka den ersten Hafen in Tunesien. Tunesien verfügt über eine Vielzahl von Marinas und Ankerplätzen an schönen und historisch interessanten Orten. Bei Sidi Bou Said liegt zum Beispiel Karthago. Wer mal Latein gelernt hat kennt die Worte Catos des Älteren „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss), was 146 v. Chr. dann letztlich auch gelungen ist. Der Triumph des Karthagers Hannibal wurde viele Jahre später mit einer endgültigen Aktion gerächt. Die Überreste dieser Zerstörung sind heute UNESCO-Weltkulturerbestätte. Auch die Hauptstadt Tunis kann von hier aus besucht werden.
Wir segeln weiter an der tunesischen Küste entlang, bis wir spätestens bei Yasmine Hammamet den Absprung in Richtig Malta unternehmen. Dort, in der Hauptstadt Valetta mit ihren gewaltigen Hafenanlagen, endet unser Törn.










