Die Biskaya von innen

Küstensegeln, Kultur, Küche


Für viele Segler ist die Biskaya ein Seegebiet, welches man, oft mit einem mulmigen Gefühl, auf schnellstem Wege überquert. Die allerwenigsten nehmen sich deshalb die Zeit, die schönen, interessanten Orte im Innern der großen Bucht anzusteuern. Wir besegeln auf unserem Törn mit Charente Maritime und Pyrénées-Atlantiques zwei französische Départements, sowie die vier spanischen Regionen Kantabrien, das Baskenland, Asturien und Galicien – alle mit ihren unterschiedlichen Charakteren.

Törnstart ist in der quirligen alten Hafenstadt La Rochelle, wo wir die ersten Leckereien bunkern können. Nicht zu viele wohlgemerkt, denn in den kommenden zwei Wochen werden wir uns seglerisch gut betätigen müssen, um bei den ganzen  noch kommenden kulinarischen Verlockungen aufnahmebereit zu sein und die Verdrängung unserer Logoff nicht über Gebühr zu erhöhen.

Vor La Rochelle, zwischen dem Festland, der Île d’Oléron und der Île-d’Aix können wir uns in sehr geschützter Lage einsegeln und erste Manöver trainieren. Dort können wir auch entscheiden, ob wir gleich einen langen Schlag nach Arcachon machen oder uns zunächst die Gironde-Mündung anschauen, mit einem Stop in Royan. Archachon hat mit der hohen Wanderdüne Dune de Pilat eine 100 m hohe und 2 km lange sandige Attraktion. Das enge betonte Fahrwasser zum Hafen darf nur bei Tage befahren werden.

Bevor wir Frankreich verlassen darf ein Besuch der antiken und mittelalterlichen Stadt Bayonne, berühmt auch durch ihren leckeren und in der Stadt allgegenwärtigen Schinken, nicht fehlen. 

Erster Anlaufhafen in Spanien ist San Sebastián, wo wir entweder in der Marina oder in der muschelförmigen Bucht La Concha an Muringtonnen mit Panoramablick liegen können. Ein weiterer Segeltag bringt uns dann nach Bilbao, der Hauptstadt des Baskenlands. Feinschmeckern läuft schon das Wasser im Mund zusammen: In dieser Region gibt es die höchste Sterne-Dichte der Welt! Und bei Kulturliebhabern liegt natürlich das weltberühmte Guggenheimmuseum an erster Stelle.

Auch ein tolles neues Museum hat die Hauptstadt Asturiens, Santander, mit dem Centro Botín. Für Segler spannend ist allerdings auch die schöne Einfahrt in die langestreckte große Bucht zu Füßen des ehemaligen Königsschlosses Palacio de la Magdalena.

Von Santander nach Gijon segeln wir entlang einer traumhaft schönen Felsenküste mit den Los Picos de Europa im Hintergrund. Auf dem Weg dorthin darf ein Besuch von Vicente de la Barquera nicht fehlen. Alleine das Anlegen an Bojen vor der Brücke bei Strom ist ein Erlebnis für sich. Eine weitere schöne Anlaufstelle findet sich in dem Fischerörtchen Llastres, bevor wir mit Gijón ein kulturelles und gastronomisches Zentrum der Region erreichen, wo wir es uns auch wieder so richtig gut gehen lassen können. Das Leben spielt sich größtenteils auf den Straßen ab, wo man bei einem oder mehreren Gläsern artistisch ausgeschenktem Sidra schnell ins Gespräch kommt.

Auf dem weiteren Weg in Richtung Westen kommen wir nun nach Galicien und ins Land der Rías Altas. Rías sind ehemalige Flusstäler die von Meerwasser überflutet wurden. Sie strecken sich zum Teil weit ins Landesinnere und bieten zum einen Schutz, falls der Atlantik sich als zu ungestüm erweisen sollte. Zum anderen handelt es sich bei den Rías um eigenständige, ganz unterschiedliche Segelreviere, die es mitsamt ihren Häfen und Ankerbuchten zu entdecken gilt.

Auf dem weiteren Weg nach La Coruña haben wir die Qual der Wahl, welche der vielen reizvollen Rías wir ansteuern wollen: Ribadeo, Foz, Viveiro, Ortigueira oder Cedeira. Dann geht es rund um das Cabo Ortegal in die Ría da Coruña und unserem gleichnamigen Zielhafen.

Die genaue Routenplanung ergibt sich aus den Wünschen der Crew, ergänzt um die navigatorischen Erfordernisse.






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